Offener Brief an die KSV Holstein von 1900 e.V

Wir dokumentieren für euch den offenen Brief der aktiven Fangruppen an die KSV Holstein von 1900 e.V.

 

Sehr geehrtes Präsidium,
da ihrerseits weiterhin kein Interesse an einem Dialog mit der aktiven Fanszene besteht, nehmen wir schriftlich zur aktuellen Situation im Bereich des Stadionumbaus und der allgemeinen Gestaltung des Stadions Stellung und möchten Ihnen unsere Sicht auf diese
vermitteln.

Die Anzeigetafel auf der Westtribüne:
Seit dem Heimspiel gegen Fürth hängt die neue Anzeigetafel unter dem Dach der
Westtribüne. Wir sind empört und enttäuscht zugleich, dass wir von dieser Umbaumaßnahme nicht auf direktem Weg, sondern über die Social-Media Kanäle der Kieler Sportvereinigung Holstein erfahren mussten und bei einem Konzept der Platzierung dieser nicht gefragt wurden. Da die Westtribüne flache Stufen und eine niedrige Höhe hat, beeinträchtigt eine, in der Mitte der Westtribüne platzierte, Anzeigetafel das Kurvenbild immens. Es gibt zahlreiche Personen, die sich Woche für Woche Gedanken machen, wie man die Westtribüne optisch aufwerten kann, deren Pläne nun durch einen Egotrip seitens des Vereins ad acta gelegt wurden. Wir kritisieren hierbei auch die Arbeit der Fanbeauftragten, die ein vermittelndes
Gespräch hätten einleiten können. Es wirkt nicht authentisch, wenn der Verein einerseits eine laute und bunte Kurve fordert und Fotos von optischen Aktionen im Internet teilt oder in Heften abdruckt, andererseits aber die Rahmenbedingungen auf der Westtribüne weiter verschlechtert. Das Meinungsbild, das wir von vielen anderen Fans auf der Westtribüne gewinnen konnten, bestätigt uns in unserem Denken.
Wir fordern daher, dass die Anzeigetafel aus dem Mittelteil der Westtribüne entfernt wird, ansonsten verzichten wir in Zukunft auf jegliche optische Akzente und sehen uns gezwungen
im Sommer unseren Standort auf die Osttribüne zu verlegen.

Werbebanden und Werbung im Stadion:
Ein Konflikt, der bereits vor vielen Jahren entstand, als der Verein über den damaligen Sicherheitschef der Fanszene klarmachte, dass Sponsoren mit ihrer platzierten Werbung bei Holstein eine höhere Stellung als die Fans genießen. Bei einem Heimspiel ließ man anschließend die vor der Kurve hängende Zaunfahne in einem kämpferischen Konflikt von der Bande entfernen. Die später entstandene Zaunfahnenkonstruktion, die über mehrere Jahre in Eigeninitiative von den Fans repariert oder erweitert werden musste, ist hierbei lediglich ein Trost. Wir verstehen, dass ein verhältnismäßig kleiner Verein von einem großen Pool mit
vielen kleinen Sponsoren leben muss, jedoch ist auch hier irgendwann ein Maß erreicht, das nicht mehr hinnehmbar ist. Sponsorenschals in Grün-Weißen Farben und Gelb-Rote Klatschpappen tragen nicht die Farben unseres Vereins und tragen unserer Meinung auch nicht zum Kreieren einer besseren Atmosphäre bei.
Das Holstein-Stadion trägt nebenbei mit
Abstand am meisten Werbung in der ganzen Liga. Vor dem Spielfeld stehen zwei Werbebanden, am Dach der Tribünen, an den Blechen hinter den Sitz- und Stehbereichen und selbst an den Flutlichtmasten sind Werbebanden installiert. Wir lassen uns nicht instrumentalisieren und für Werbezwecken ausnutzen. Fankultur braucht Freiräume und diese bestehen nicht darin, alles
darauf zuzuschneiden, dass es auch den Sponsoren schmeckt.
Wir fordern daher, dass die Werbebande vor dem Block 501, dem Herz der Kurve, für
Zaunfahnen freigegeben wird und die hinter dem Block befindlichen Werbeplanen
umgehangen werden. Dieser Bereich sollte einzig und allein von den Fans der KSV Holstein optisch gestaltet werden. Ein Blick durch die Republik zeigt, dass das bei anderen Vereinen schon lange der Fall ist und bei sämtlichen Konzepten eines Um- oder Neubaus (auch bei mobilen Tribünen) berücksichtigt wurde und weiterhin wird.

Transparenz:
Wir kritisieren die intransparente Arbeit seitens der Vereinsoffiziellen. Der Verein möchte möglichst professionell auftreten, schneidet sich jedoch durch die unprofessionelle Arbeit mit ihren Fans ins eigene Fleisch. All diese Konflikte hätten vermieden werden können, wenn man die Arbeiten – insbesondere die, die primär Auswirkungen auf die Fans haben – transparenter gestalten würde. Das beinhaltet auch die Arbeit des Ordnungsdienstes, der seit Anfang des neuen Kalenderjahres mit einer nicht gekennzeichneten Einheit auftritt, die
bürgerkriegsähnliche Zustände im Stadion vermuten lässt. Wer meint, dass Fans
einschüchternd auftreten, der sollte sich den für sich arbeitenden Ordnungsdienst genauer anschauen.

Wir appellieren an die Verantwortlichen in diesen Bereichen auf die aktive Fanszene zuzugehen.
Im Glauben an Veränderungen!

 

Compagno
New Connection
Nautik Boys
Bagaluten
Die Elite Holstein Kiel
Garde Kiel
Fördesyndikat Kiel
Jungblut
Knüppelduun Eckernföör
Nordbande
North Crew Kiel
Sommerhaus
Wie Brüder Kiel
Rangers Kiel
Legionäre
Gruppo Ernesto